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Zusammenstellung als Postkarte

 

Altburg – vom Geheimnis umrankt

Auszug aus dem Bericht vom Tagblatt, 19. Mai 1999

 

 

Reste früherer Bauten

Ein Märchen aus uralter Zeit? Als vor einem Jahr die Kulturgüter inventarisiert wurden, da fiel das Augenmerk auch auf die Altburg. Nicht auf das Restaurant allein, sondern auch auf die Umgebung. Da fiel ein Hohlweg auf der zu einer Hütte hinführt, die auf altem Gemäuer steht. Im Süden des Restaurants sind Reste des früheren Burggrabens sichtbar. Ein grosser Schuttkegel markiert den östlichen Hang des Burghügels und birgt noch Reste früherer Bauten.

 

Spurensicherung

Alle Erkundungen wurden aufgezeichnet. Samt dem Hinweis auf die einzigartige Lage des Burghügels. Hoch über dem Möttelischloss befindet er sich an unwegsamer Stelle, zwischen zwei tief eingeschnittenen Tobeln. Alles zusammen war genügend Anlass, der Geschichte der Altburg nachzugehen und die Quellen zu sichten, die von ihr berichten.

 

2500 jährige Geschichte

Zusammenfassend lässt sich folgende Geschichte rekonstruieren: Auf dem Hügel der heutigen Altburg wurde erstmals um 500 v. Chr. Ein Gebäude errichtet, und zwar eine Fluchtburg. In den Strudel der Politik kam der Ort wieder um 750 n. Chr. Damals begann das Kloster St. Gallen zu wachsen und gleichzeitig der Neid der Bischöfe von Konstanz zu blühen. Das Gebiet Altburg lag damals im Grenzbereich der Einflusszonen von Konstanz und St. Gallen. Das heisst allerdings noch nicht, dass Altburg zu jener Zeit bereits wieder ein befestigter Platz war. Vermutlich wurde die mittelalterliche Burg im 11. Jahrhundert errichtet, und zwar von einer Nebenlinie des Geschlechts der Herren von Rorschach.

 

Auf sicherem Boden

Ein erstes gesichertes Datum ist im Jahre 1366 urkundlich erwähnt: Damals wurde dr Hof „zu der Alten Burg“ einer Clara von Sulzberg zur lebenslänglichen Nutzung übermacht, einer Frau aus dem Geschlecht des Rorschacher. Als sich 1432 verschiedene Höfe von den Herren von Rorschach loskauften, findet sich unter ihnen auch eine „Berly, sesshaft zu der alten Burg unter den Eggen“. Ums Jahr 1477 hauste dann der bekannte Wolfsjäger Kuno Näf auf der Liegenschaft. Von einer Burg war anscheinend je länger je weniger zu sehen. Zu vermuten ist, dass das Gemäuer als Steinbruch für die landwirtschaftlichen Liegenschaften gebraucht wurde. In späteren zeit ist jedenfalls nur noch von einem Hof die rede. Um 1845 brannte das Heimwesen nieder, 1992 wie erwähnt ein zweites Mal.

 

Geheimnis lüften?

Wer sich der Alten Burg nähert, steht noch heute vor dem Geheimnis ihres Namens und erwartet den Tag, an dem der Boden, der altes Gemäuer deckt wie ein entfaltetes Pergament zu wissen gibt, was auf ihm sich einst begeben hat.